In Sachsen breitet sich eine politische Seuche rasant aus, und zwar der Milzbradt. Ausgangspunkt der Epidemie ist der aktuelle sächsische Ministerpräsident; er leidet unter SA- sächsischer Amnesie. Er will von den dubiosen Machenschaften der Sachsen LB nichts bemerkt haben, die er im Jahre 2001eigenhändig aus der Taufe gehoben hat. Im Zuge der US-Immobilienkrise geriet die Sachsen LB ins Schlingern und wurde mit einer Milliardenbürgschaft des Landes Sachsen in Höhe von fast einem Viertel des Landeshaushaltes von Sachsen ( aus Steuermitteln natürlich-man gönnt sich ja sonst nichts) und der Übernahme durch die Landesbank Baden-Württemberg gerettet. Ein starkes Stück für einen Menschen, der als Kontrollfreak gilt. Vor dem eingesetzten Untersuchungsausschuss erklärte er 67 Minuten lang, dass er nichts gewusst hat. Da werden Erinnerungen an den Dicken aus der Pfalz wach, der beim Flick- Untersuchungsausschuss auch nichts gewusst haben wollte und jetzt seine mehrbändigen Memoiren veröffentlicht hat-gewolltes partielles Alzheimer-Syndrom könnte man da diagnostizieren. Aber Parteipolitiker haben anscheinend die Tendenz, Verfehlungen des politischen Gegners über Jahrzehnte computergleich zu speichern, eigene Fehltritte jedoch sekundenschnell von der Festplatte im Kopf zu löschen. Milbradt ist so einer , von dem Amtsvorgänger „King Kurt“ Biedenkopf ( der Mann mit em Blanko-Einkaufsgutschein bei IKEA ) in fast Schröderscher gönnerhafter Art gesagt hat: „Der kann es nicht“. Und er kann es wirklich nicht , denkt aber nicht dran zurückzutreten-vielleicht hat er es einfach nur vergessen-sächsische Krankheit eben.